Ulrich Zink

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Die Tuchlauben heute. Hier befanden sich im 14. Jahrhundert zwei der Tuchläden des Hubmeisters und Kaufmanns Ulrich Zink.

Ulrich Zink (* im 14. Jahrhundert; † im 14. Jahrhundert, um / nach 1395) war ein reicher Tuchhändler, der unter Herzog Albrecht III. von Österreich ("Albrecht mit dem Zopfe") († 1395) für kurze Zeit dessen Hubmeister wurde.

Herkunft und Familie

Ulrich Zink war zweimal verheiratet[1],

∞ (1. Ehe) mit Katharina, einer Tochter von Otto dem Frauenschüchlein
∞ (2. Ehe) mit Agnes, einer Tochter des Wiener Bürgermeisters Michael Geukramer († 1400).

Nach seinem Tod schloss seine Witwe Agnes noch zwei weitere Ehen, eine mit dem Wiener Bürgermeister Rudolf Angerfelder und eine mit dem Wiener Goldschmied Leopold Weiler.[2]

Leben

Ulrich Zink, Kaufmann und Laubenherr, war ein Bürger der Stadt Wien[A 1] und besaß in den 1380er-Jahren mindestens sechs Tuchläden, von denen sich zwei in der damals exklusiven Gegend unter "unter den Lauben" (heute: Wien 1, Tuchlauben) befanden. Zudem gehörten ihm drei Gewandkeller beim Kammerhof und ein Laden am Hohenmarkt. Er erwarb außerdem das Braumonopol für Bier.[1]

Daneben war Ulrich Zink auch politisch tätig. So gehörte er 1385 und 1387-1392 dem Wiener Rat an und war 1385-1388 und 1391/92 Spitalmeister. Am 30. April 1392 wurde er von Herzog Albrecht (III.) von Österreich zu dessen Obersten Amtmann beziehungsweise Hubmeister ernannt, nachdem Rudolf von Tierna († 1403), dessen Familie das Hubmeisteramt über drei Generationen innegehabt hatte, zurückgetreten war. Noch im März 1395 ist Ulrich Zink als Hubmeister belegt. Wenig später dürfte er gestorben sein.[1]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 vgl. Christian Lackner: Ein Rechnungsbuch Herzog Albrecht III. von Österreich. Edition und Textanalyse (= Silvia Petrin - Willibald Rosner (Hrsg.): Studien und Forschungen aus dem Niederösterreichischen Institut für Landeskunde. Bd. 23) (= NÖ Schriften 93 Wissenschaft). Selbstverlag des NÖ Instituts vor Landeskunde, Wien, 1996. ISBN 3-85006-085-3. S. 44, Fußnote 5.6
  2. vgl. Felix Czeike (Hrsg.): Angerfelder Rudolf. In: Historisches Lexikon Wien. Band 1, Kremayr & Scheriau, Wien 1992, ISBN 3-218-00543-4, S. 106.

Anmerkungen

  1. Die Stadt Wien war damals die größte Stadt im Herzogtum Österreich und gehörte zu dessen Landständen. Sie war unter der Herrschaft der Babenberger seit Herzog Heinrich (II.) ("Heinrich Jasomirgott") Sitz des Herzogs von Österreich und gehörte zu den wichtigsten Residenzen der Habsburger. Im 15. Jahrhundert behauptete Wien sich als Hauptstadt des Herzogtums Österreich "unter der Enns", aber erst im 17. Jahrhundert wurde es die Hauptstadt des "Habsburgerreiches". Bis Mitte des 19. Jahrhunderts umfasste die Stadt Wien im Wesentlichen jenen Stadtteil, der heute den ersten Bezirk bildet. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden durch Eingemeindung die Wiener Bezirke 2-9. Ende des 19. Jahrhunderts beziehungsweise in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden durch Eingemeindung die Bezirke 10-23.