Wolfgang Kirchhofer

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Wolfgang Kirchhofer (* zwischen 1479 und 1489[1]; † 1525)[2] war Bürgermeister der Stadt Wien[A 1].

Herkunft und Familie

Wolfgang Kirchhofer führte ein Wappen, dessen Schild eine Kirche zeigte und auf dessen Helm sich zwei mit Pfauenfedern besetzte Büffelhörner befanden. [3] Er stammte aus Wien und war der Sohn des Bogners und Büchsenmachers Sigmund Kirchhofer aus dessen zweiter Ehe mit Margret.[2] Zu seiner Verwandtschaft zählten die Familien der Bürgermeister Sigmund Pernfuß, Martin Siebenbürger und Hermes Schallautzer.[4]

Wolfgang Kirchhofer war mit dreimal verheiratet,
∞ in 1. Ehe um 1511 mit Margret († 1516), der Witwe von Bartlmä Schallautzer und Tochter von Hans Kopp, ihre Schwester Helena war mit Martin Siebenbürger verheiratet[1],
∞ in 2. Ehe um 1517 mit Rosina († 1519), der Witwe von Stefan Rauchenperger und Jeronim Turner (* in Villach; † 1515).[2] Dieser war von Beruf Kramer und ist urkundlich zwischen 1498-1502 in Wiener Neustadt und seit 1498 in Wien belegt, wo er 1509 als Ratsherr wirkte[5],
∞ in 3. Ehe mit Anna († 1560; 1512 belegt). Nach seinem Tod heiratete sie vor/um 1528 Leopold Ofner.[1]

Wolfgang Kirchhofer hatte aus den früheren Ehen seiner beiden ersten Ehefrauen 9 Stiefkinder. Aus seiner dritten Ehe hatte er eine Tochter mit Namen Margret, die erst nach seinem Tod geboren wurde. Sie war in zweiter Ehe mit Hans Piesch und in dritter Ehe mit dem Ratsherrn Hans Hutstocker verheiratet war.[1]

Leben

Wolfgang Kirchhofer wird erstmals 1506 genannt. Von Beruf war er Ungelter und um 1507 Schreiber im Hubhaus[A 2].[2] 1507 ist er als Mitglied der "Gottsleichnamsbruderschaft" zu St. Stephan belegt. 1512 wurde er Schreiber des Vizedoms, 1518 Ratsherr.[1] 1519-1520 war er Bürgermeister der Stadt Wien.[2] 1521 war er wieder Ratsherr, 1522 Mitglied des Genanntenkollegiums, außer 1521-1525 Kirchmeister von St. Stephan.[1]

In seine Amtszeit als Bürgermeister fällt der Aufstand der Landstände des Herzogtums Österreich gegen das landesfürstliche Regiment (1519-1522). Über diese Jahre verfasste Wolfgang Kirchhofer Erinnerungen. Er agierte als vorsichtiger Taktiker und versuchte, möglichst neutral bleiben. Trotzdem hatte er sich vor dem Wiener Neustädter Blutgericht zu verantworten, wo seine Landesverweisung erwogen wurde. Von dieser wurde allerdings Abstand genommen.[1]

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 vgl. Felix Czeike (Hrsg.): Kirchhofer Wolfgang. In: Historisches Lexikon Wien. Band 3, Kremayr & Scheriau, Wien 1994, ISBN 3-218-00545-0, S. 517.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 vgl. Kirchhofer Wolfgang, Website Stadt Wien, eingesehen am 28. Jänner 2018
  3. vgl. Wolfgang Kirchhofer im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien, abgerufen am 2. Dezember 2018
  4. vgl. Felix Czeike (Hrsg.): Schallautzer (Schallauczer) Hermes. In: Historisches Lexikon Wien. Band 5, Kremayr & Scheriau, Wien 1997, ISBN 3-218-00547-7, S. 60.
  5. vgl. Jeronim Turner im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien, abgerufen am 2. Dezember 2018

Anmerkungen

  1. Wien war damals die größte Stadt im Herzogtum Österreich. Sie gehörte zu den Landständen des Herzogtums und behauptete sich im 15. Jahrhundert endgültig als Hauptstadt des Herzogtums Österreich "unter der Enns". Unter den Babenbergern war Wien seit Herzog Heinrich (II.) von Österreich ("Heinrich Jasomirgott") gewöhnlich der Sitz des Herzogs von Österreich. Wien gehörte zu den wichtigsten Residenzen der Habsburger, wurde aber erst im 17. Jahrhundert endgültig die Hauptstadt ihres Reiches.
  2. Der Schreiber im Hubhaus war ein landesfürstlicher Beamter der Finanzverwaltung, vgl. Felix Czeike (Hrsg.): Kirchhofer Wolfgang. In: Historisches Lexikon Wien. Band 3, Kremayr & Scheriau, Wien 1994, ISBN 3-218-00545-0, S. 517.
VorgängerAmtNachfolger
Leonhard PudmannsdorferBürgermeister von Wien
1519-1520
Hans Süß