Modehaus Grüner Klagenfurt

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Ferd. Grüner GmbH & Co. KG
Grüner Logo
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1868
Sitz Klagenfurt
Leitung Alfred Grüner
Branche Warenhaus/Einzelhandel
Website www.gruener.at

Ferd. Grüner GsmbH & Co. KG ist ein österreichischer Textil Einzelhändler. Die Ferd. Grüner GmbH & Co. KG, Klagenfurt, betreibt unter dem Namen Grüner zwei Warenhäuser in der Stadt. Das Unternehmen positioniert sich im gehobenen Marktsegment. Grüner bietet vorrangig Textilwaren von Einstiegspreislagen über eine sehr starke Mitte bis hin zu Luxusmarken an. Diese Waren werden in der Burggasse 15-17 für Herren und Damen angeboten. Das Warenhaus in der Kramergasse spricht ein etwas jungeres Klientel an.

Die (Stadt)Geschichte des Hauses Grüner

Das Doppelhaus, bis zur Hausnummerierung im Jahre 1792 als das „Haus in der Oberen Burggasse“ benannt, erhielt dann die Nummer Burggasse 373 und bahnhofstraßenseitig die Bezeichnung Breitebachgasse - später Kanalgasse -410. Erst mit der Erbauung des Klagenfurter Bahnhofes wurde aus der Breitebach- bzw. Kanalgasse - so genannt, weil dort seinerzeit der Feuerbach offen durchfloß - die Bahnhofstraße. Diese erhielt dann eine durchlaufende Numerierung, ebenso die Burggasse, und aus dieser Zeit stammen die heutigen Nummern des Geschäftshauses Grüner, wobei das Haus Bahnhofstraße ursprünglich die Nummer 12 hatte.

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Über den Ursprung des Hauses, das heute in der Kärntnerischen Landtafel die Einlagezahl 217 hat, d.h. wer es einst erbaut hat, darüber geben die vorhandenen Unterlagen keinen Aufschluss. Im ältesten vorhandenen Grundbuch beginnen die Eintragungen über das Haus im Jahre 1834; jedoch lässt sich der Bestand des einstöckigen Hauses bis zum Jahre 1605 zurückverfolgen. In diesem Jahre wird es bereits als das „Eckhaus“ erwähnt. Der erste, nachweisbare Eigentümer war der Riemer Christian Seidel. - Historisch festgehalten ist auch, daß das Haus beim Erdbeben im Jahre 1690 beschädigt wurde.

Von 1723 bis 1974 gehörte das Haus der Adelsfamilie von Hallerstein, Erblandfalkenmeister von Kärnten. Mit dem Jahre 1795 begann offenbar die Tradition des Hauses als Geschäftshaus, denn von da an zählten nur mehr Kaufleute zu dessen Eigentümern. In diesem Jahre kaufte es der Spezereiwarenhändler Johann Xaver Baumgartner, der es schon ein Jahr darauf an den Schnittwarenhändler Thomas Amon weiterverkaufte. Von dessen Erben ging das Haus im Jahre 1820 im Kaufwege an die Handelsfrau Anna Kopik über, von der es im Jahre 1833 wieder der Gemischtwarenhändler Franz Haslinger erwarb, der bis 1850 Besitzer war.

Von diesem Jahr an verzeichnet das Grundbuch durch 35 Jahre hindurch den Kaufmann Karl Clementschitz als Eigentümer des Hauses. Er erwarb es von Haslinger um 12.900 Gulden und 10 Dukaten Schlüsselgeld. Bei der Umgestaltung des Hauses durch die Firma Grüner im Jahre 1955 kam auf der bahnhofstraßen-seitigen Hausfront noch die Firmenaufschrift des Clementschitz zum Vorschein.

Schon bald nach der Erwerbung des Hauses fasste Clementschitz den Plan, es verschiedentlich umzugestalten. Es war sehr wenig fest gebaut und hatte vor allem noch ein Schindeldach, das schon sehr schadhaft war. Seine Pläne stießen aber bei den Hausanrainern auf verschiedene Schwierigkeiten, die zu vielen Auseinandersetzungen führten. Eine grundbücherliche Eintragung, die auf einem Übereinkommen vom 13. Juni 1854 basiert, gibt Nachricht von den dabei erzielten Klarstellungen mit den Besitzern der Nachbarhäuser.

Die Renovierungspläne konnten dann auf Grund dieses Übereinkommens wunschgemäß durchgeführt werden. Der von Clementschitz ebenfalls beabsichtigte Aufbau eines zweiten Stockwerkes unterblieb wegen Bedenken der Baubehörde. Da die „löbliche k.k.Bau,- Feuerlösch- und Stadtverschönerungskommision“ auf die bezügliche Eingabe des Clementschitz einerseits die Ausbesserung des Daches mit Schindel mit der Begründung ablehnte, dass die Schindeldächer verschwinden müssten, andererseits aber feststellte, dass der Dachstuhl des Hausers für ein Ziegeldach zu schwach sei, half sich Clementschitz damit, dass er ein Blechdach errichtete.

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Jedenfalls erhielt das Haus durch die von ihm durchgeführten Verbesserungen eine stabilere Form. Nach dem Tod des Karl Clementschitz im Oktober 1867 erbten das Haus seine Witwe und fünf Kinder zu je 1/6. Das Haus war tief verschuldet. Durch familiengerechte Abmachungen wurde der Sohn Max Clementschitz Alleinbesitzer. Dieser war damals Buchhalter bei der k.k. Probieranstalt in Ferlach. Wegen der totalen Verschuldung des Hauses verkaufte er es im Jahr 1882 an die protokollierte Handelsgesellschaft Franz Paul Herbert um 25.000 Gulden. Dieser Kaufpreis ging zu Gänze auf die auf dem Hause lastenden Schulden auf, die von der Käuferin übernommen wurden. Welche Verwendung das Haus unter dem neuen Besitzer fand ist nirgends festgehalten. Möglicherweise war es lediglich eine Kapitalanlage der aus England eingewanderten reichen Gewerke Freiherrn von Herbert, die im Jahre 1758 die Bleiweißfabrik in Klagenfurt gründeten und auch anderwärts gleiche Unternehmungen hatten. Die Herbertstraße und das „Herbertstöckl“ erinnern an dieses Geschlecht. Franz Paul v. Herbert war übrigens der letzte männliche Sproß dieser Familie. Der Kaufvertrag mit Max Clementschitz wurde namens der Handelsgesellschaft von Baronin Freyin von Spinetti unterfertigt.

1868 – 1887

Mit dem Jahre 1887 beginnt die Geschichte der Firma Ferdinand Grüner. Im August 1887 wurde das Haus Burggasse 17 Bahnhofstraße 14 vom Kaufmann Ferdinand Grüner um den Betrag von 21.000 Gulden erworben. Auch er musste bis auf 8.000 Gulden Hypothekarschulden übernehmen. Ferdinand Grüner, der im Jahr 1868 die Firma Grüner & Homschack, am heutigen Neuen Platz Nr. 8 gründete, übersiedelte in sein eigenes Haus und eröffnete ein Galanteriewarengeschäft, welches er unter dem Namen Ferdinand Grüner alleine weiterführte. Das Geschäft erfreute sich alsbald eines guten Rufes.

1887 – 1901

Schon ein halbes Jahr nach Ankauf des Hauses, am 19. Jänner 1888 reichte Ferdinand Grüner an den Stadtmagistrat Klagenfurt Pläne für den Aufbau eines zweiten Stockwerkes ein. Auf Grund eines zwei Tage später vorgenommenen Lokalaugenscheines wurde die Baubewilligung erteilt, jedoch für die Durchführung folgende Bedingungen erstellt:

  1. Bei der Durchführung des Baues müssen von dem Herrn Baumeister die alten Mauern bezüglich ihrer Solidität und der damit verbundenen Tragfähigkeit noch genauer untersucht werden.
  2. Die gesamte Abortmauer, von der Grube angefangen bis in das 2.Stockwerk hinauf muß nach sorgfältiger vorhergegangenen Reinigung ausgebessert werden und mit grobem Zementmörtel verworfen werden. Desgleichen muß die Abortgrube vorschriftsmäßig, das ist vollkommen wasserdicht hergestellt werden.
  3. Nachdem für die Auflagen der Abortböden gegen die Nachbarseiten zu Traversen von bedeutender Spannung und Belastung in Anwendung kommen sollen, das Profil dieser Traversen aus den Plänen jedoch nicht ersichtlich ist, so müssen die Traversen-Profile nebst Angabe der wirklichen Belastung der Traverse in den Plänen nachträglich noch ergänzt werden.
  4. Nachdem das damalige Trottoir schon in vergangenen Jahren zur Rekonstruktion jedoch mit Rücksicht auf die projektierte Stockwerkaufsetzung verschoben wurde, so muß nach erfolgter Stockwerksausetzung dieses Trottoir sowohl auf der Süd- wir auf der Ostseite vorschriftsmäßig hergestellt werden.
  5. Bezüglich der Durchführung der Feuerungsanlagen, sowie aller übrigen Konstruktionen wird die strengste Einhaltung der Bauordnung bedungen.

Die Besitzer der Nachbarhäuser Bahnhofstraße 10 und Burggasse 15 machten Einsprüche gegen den geplanten Aufbau und Ferdinand Grüner musste verschiedene Ihrer Bedingungen akzeptieren. Der Stockwerksaufbau wurde trotz der von der Baubehörde erlassenen erschwerten Bedingungen und der verzögerten Auseinandersetzung mit den Nachbarn in kürzester Zeit durchgeführt, denn schon am 10. November 1988 suchte Ferdinand Grüner um die kommissionelle Besichtigung und Erteilung der Benützungsbewilligung an. Zwei Tage später wurde diesem Ansuchen stattgegeben.

Das damals bereits 283 Jahre alte Haus hatte eine stabile und repräsentative Gestalt erhalten. Vor allem erhielt es nun auch ein Ziegeldach. Eine besondere Werterhöhung erfuhr das nun so gut wie neue Haus durch Einleitung des Wassers. Es kostete dies wegen der besonderen Umstände allerdings den für damalige Zeiten hohen Betrag von 674 Gulden. Es musste nämlich vom Fleischplatz her eine eigene Zuleitung und diese wegen des Rundlaufes des Wassers auch noch mit den Leitungsrohren in der Paradeisergasse verbunden werden, was im ganzen 165 m Leitung erforderte. Der zulässige Tageskonsum für die errichteten drei Ausläufe wurde mit 20 Hektoliter festgesetzt, weil damals das Wasserwerk in der Sattnitz noch nicht ergiebig war.

1902 - 1939

Ferdinand Grüner starb im Jahre 1902 in Reichenhall. Er hinterließ seiner Frau und den sieben Kindern je ein Achtel des vorhandenen Vermögens. Das Geschäft übernahm der Sohn Gustav Grüner. Seine Lage war wegen der komplizierten Erbteilung keine leichte. Aber der tiefe Familiensinn, den in erster Linie an der Erhaltung des Geschäftes gelegen war, ermöglichte es, dasselbe klaglos weiterzuführen und zu weiterem Ansehen zu bringen. Im Jahre 1909 ließ er für 14.000 Kronen ein für die damaligen Verhältnisse modernes Geschäftsportal errichten. Seine Frau Emilie, geborene Wrann stand ihm bei seinen Bemühungen tatkräftigst zur Seite. Sie hatten die beiden Söhne, Gustav und Alfred. Als Gustav Grüner im Jahre 1939, knapp nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges starb und die beiden Söhne einrücken mussten, musste die Witwe das Geschäft alleine weiterführen. Emilie Grüner starb im Jahre 1942 und der Sohn Alfred fiel im Krieg. Das Geschäft wurde gesperrt und das noch vorhandene Warenlager zwangsverteilt.

1945 - 1955

Als der Sohn Gustav Grüner 1945 von der Front heimkehrte stand er alleine da und praktisch dem Nicht gegenüber. Das Haus war durch Bombenschäden stark heimgesucht worden, und er beseitigte diese, so gut es seine damaligen Mittel erlaubten. Er erweiterte den alteingeführten Galanterie- und Spielwarenhandel durch eine Textilabteilung. Bereits im Jahre 1949 ließ Gustav Grüner die Inneneinrichtung des Geschäftes erneuern. Der alte Eisenofen wurde durch eine moderne Zentralheizung, der Ölboden wurde mit einem Gummibelag ersetzt. Die Inneneinrichtung bekam 1949 eine moderne Beleuchtung

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Durch immerwährende Ausbesserungsarbeiten war das Portal des Geschäftes sauber und gepflegt, doch es genügte nicht mehr den modernen Anforderungen. Auch die Außenfassade des Hauses wies noch immer Bombenschäden auf. So entschloss sich Gustav Grüner, sein altrenommiertes Geschäftshaus Burggasse 17 - Bahnhofstraße 14 gründlich renovieren und vor allem mit einem neuen Portal und Auslagen versehen zu lassen. Gleich nach Ostern im Jahre 1955 wurde dieser große Umbau, der 650.000 Schillinge kostete, begonnen und bereits drei Monate beendet. Aber nicht nur die Fassade, auch das Inneren wurde verbessert. So wurde im Jahre 1958 im zweiten Stock eine Zentralheizung eingebaut, die dann drei Jahre später durch eine moderne Ölfeuerungsanlage ergänzt wurde.

Durch die große Konkurrenz und die Errichtung von Warenhäusern in Klagenfurt spezialisiert sich Gustav Grüner. Schon 1950 begann er, die Kurz- und Galanteriewaren allmählich abzuverkaufen und sich nur mehr auf dem Textil- und Spielwarensektor zu konzentrieren. Da der vorhandene Verkaufsraum noch zu klein war entschloss er sich 1963 auch die Herrenbekleidung aufzugeben. Durch einen Umbau im Februar 1964, der 350.000 Schillinge betrug, entstand neben der Spielwarenabteilung ein reines Damenmodengeschäft.

1969 - 1970

Die wirtschaftliche Entwicklung zwang Gustav Grüner wieder eine neue Entscheidung auf. Er entschloss sich im Jahre 1969, den alteingeführten Spielwarenhandel aufzulassen. 1970 entstand durch einen neuerlichen Umbau nach zehnwöchiger Bauzeit ein elegantes, großzügiges Damenmodengeschäft.

1975

Am 6. Juni 1975 wurde der Firma Ferd. Grüner von der Landeshauptstadt Klagenfurt das Recht zu Führung des Klagenfurter Stadtwappens verliehen. 1975 eröffnete die Familie Grüner ein Herrengeschäft am Alten Platz in Klagenfurt, genannt Monsieur Grüner. Auf 60 m² Verkaufsfläche wurde das Geschäft mit einer von von Architekt Walter Erben geplanten Einrichtung, ausgestattet. Christa Grüner leitete die Filiale mit einer Mitarbeiterin. In den ersten Jahren wurde hauptsächlich Ware der Firma Bleyle verkauft.

1979

wurde die ehemals vermietete Wohnung im ersten Stock zu Büroräumen umgestaltet. In diesen Räumlichkeiten wurde ein Computer IBM S/32 aufgestellt, mit dem als eine der ersten Firmen in Klgenfurt die gesamte Organisation, Buchhaltung, Lagerhaltung und Lohnverrechung umgestellt wurde.

1983

Das Geschäftslokal im Nebenhaus Burggasse 15 der Familie Dietrich wurde zur Miete frei. 1983 wurde Monsieur Grüner in dieses Lokal umgesiedelt. Die Einrichtung konnte vom Alten Platz mitgenommen werden. Die Organisation wurde durch den neuen Standort erleichtert und die Verkaufsfläche auf ca. 300 m² vergrößert.

1985

Im Jahre 1985 heiratete Alfred Grüner Angela geborene Jonkisch. Angela stammt aus Wien. Die gelernte Goldschmiedin begann aber gleich im Betrieb Ihres Schwiegervaters mitzuarbeiten. Gustav Grüner trat die Verantwortung schrittweise an seinen Sohn Alfred ab, der seinen ersten großen Umbau durchführte.

1986

kam der Sohn Gregor auf die Welt Alfred und Angela wurde 1986 der Sohn Gregor geboren.

1987

folgte die Tochter Katharine

1989

Alfred und Angela wurde 1989 noch eine Tochter geboren. Sie heißt Theres.

1991

Im Herbst 1990 entschlosse sich Alfred und Angela Grüner zu einem neuerlichen Umbau, bei dem auch der Erste Stock mit einbezogen wurde.

1993

Im Boutiquen-Test der renommierten Zeitschrift NEWS wurde das Modehaus Grüner unter die drei besten Häuser Österreichs eingestuft. Auch von der Konsumentenzeitschrift DIE MUCHA bekamen das Unternehmen den Goldenen Löwen überreicht, und als Testsieger an den 1.Platz.

2000

In der Kramergasse 3 wurde das bereits seit 1988 bestehende Geschäft einer vollkommenen Renovierung unterzogen, für die die bekannte Architektin Gräfin Itha Starhemberg Gestaltung verantwortlich zeichnete.

Weblinks