Neu-Guntramsdorf

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Neu-Guntramsdorf ist ein Ortsteil der Marktgemeinde Guntramsdorf im Bezirk Mödling. Er hat 3.404 Einwohner (1. Jänner 2017)[1]

Lage

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Ganzseitige Karten: Neu Guntramsdorf48.06431516.319086

48.06431516.319086Koordinaten: 48° 4′ N, 16° 19′ O

Neu Guntramsdorf auch unter Eichkogelsiedlung bekannt liegt nördlich des Altortes. Südlich von Neu Guntramsdorf bestehen einige Industriebetriebe und Brachflächen, die es noch vom Altort trennen. Im Norden und Osten grenzt das Industriezentrum Niederösterreich Süd. Westlich des zur Siedlung gehörenden Ozeanteiches befindet sich die Trasse der Badner Bahn und der Wiener Neustädter Straße B17 (besser bekannt unter Triester Straße).

Die Siedlung selbst besteht sowohl aus Miethäusern als auch einzelnen Siedlungshäusern. Zur Infrastruktur der Siedlung zählen Pfarrkirche, Volksschule und Kindergarten und Haltestelle der Badnerbahn. Auch der ASK Eichkkogel hat mit einem eigenen Sportplatz seine Heimat in Neu-Guntramsdorf.[2]

Entstehung

Das Siedlungsgebiet entstand in den Jahren 1938 bis 1945 nach einem Konzept vom Architekten Georg Laub, als der größte Teil der Siedlung von der Gemeinnützigen Wohnungs- und Siedlergesellschaft errichtet wurde. Sie wurde nach dem Wachtmeister des Bundesheeres und Mörder von Dollfuß Franz Holzweber als Holzweber-Siedlung benannt.

Errichtet wurde sie auf weitgehend unbebauten Flächen der Stadt Wien, zu dessen 24. Bezirk Guntramsdorf vom Oktober 1938 bis 1954 gehörte. Die Siedlung zwischen Wr. Neudorf und Guntramsdorf wurde als zukunftsweisende Wohnform des „Deutschen Arbeiters“ gehandelt. Fertiggestellt wurde nur ein Bruchteil des geplanten Projektes, das 5000 Wohneinheiten mit 20.000 Einwohnern auf einem Gebiet von 2,35 km² umfassen sollte. Der Spatenstich erfolgte am 14. August 1938 von Gauleiter Globocnik. Eingeschränkt wurde der Bau nicht zuletzt durch den Bau der Flugmotorenwerke Ostmark, der im Jahr 1941 begonnen wurde.[3]

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sie vom österreichischen Staat übernommen und ging im Jahr 1946 in den Besitz der Wohnbaugesellschaft Neue Heimat über und wurde kurz darauf nach dem im Westen liegenden Eichkogel in Eichkogelsiedlung benannt. Bereits 1945 organisierte sich die Siedlergemeinschaft im Siedlerverein Unter'm Eichkogel und es gab auch die Möglichkeit des Ankaufs der Siedlungshäuser durch die Bewohner.

Den heutigen Namen Neu Guntramsdorf erhielt die Siedlung auf Wunsch der Bevölkerung im Jahr 1960 von der Gemeinde. Die Pfarrkirche der Pfarre Neu-Guntramsdorf, dem heiligen Josef geweiht ist, wurde im Jahr 1962 erbaut. Im Jahr 1964 wurde in einem Siedlungshaus ein Postamt eingerichtet. Diese wurde aber 2002 wieder geschlossen.[4]

Literatur

Bildergalerie

Literatur

  • Teresa Galbavy: Der 24. Bezirk, Diplomarbeit an der Universität Wien, 2012 (Online)

Quelle und Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahlen der Statistik Austria abgerufen am 9. November 2017
  2. ASK Eichkogel abgerufen am 16. März 2016
  3. Heimstätten zwischen Feldern und Gärten. Spatenstich zur Holzweber-Siedlung durch Gauleiter Globocnik. In: Volks-Zeitung, Nr. 223/1938 (LXXXIV. Jahrgang), 14. August 1938, S. 1 (Bild) und 9. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/ovz;
    (Bildunterschrift:) Unter den flatternden Fahnen des deutschen Sozialismus, mit Eichenlaub am Arbeitsgerät – so geht es mit wuchtigen Schritten zu neuer Arbeit für unsere Volksgemeinschaft. In: Das Kleine Blatt, Nr. 223/1938 (XII. Jahrgang), 14. August 1938, S. 1. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/dkb;
    –a–: Aus dem Heideland wächst eine neue Stadt. Spatenstichfeier zur „Holzweber-Siedlung“. In: Das Kleine Blatt, Nr. 223/1938 (XII. Jahrgang), 14. August 1938, S. 8 f. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/dkb;
    (Bildunterschrift:) Rechts: Gauleiter Globocnik vollführte den Spatenstich (…). In: Wiener Bilder, Nr. 34/1938 (XLIII. Jahrgang), 21. August 1938, S. 7, unten rechts. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrb.
  4. Siedlerhaus Nr. 49 in der Topothek der Gemeinde Guntramsdorf (Urheberrechte beachten)

Weblinks

 Neu-Guntramsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons