Trachtenmusikkapelle Schardenberg

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Trachtenmusikkapelle Schardenberg
(TMK Schardenberg)
Trachtenmusikkapelle Schardenberg Logo.png
Obmann/frau: Karl Heinz Bachmair
Kapellmeister/in: Benjamin Streibl
Stabführer: Manuel Nösslböck
Mitgliederzahl: 443 (davon 83 Aktive und 4 Marketenderinnen)
Sitz: Schardenberg
Gründungsdatum: 1890
ZVR 654634743
Website: http://www.trachtenmusikkapelleschardenberg.at/

Die Trachtenmusikkapelle Schardenberg ist ein oberösterreichisches Blasorchester aus Schardenberg im Bezirk Schärding. Die Musikkapelle besteht seit ca. 1890; seit 1994 ist sie als Musikverein organisiert.

Geschichte

Um 1890 schlossen sich einige Schardenberger Musiker, unter ihnen der ehemalige Regimentsmusiker Ludwig Teufelberger, zu einer Musikkapelle zusammen. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges bestand die Kapelle aus etwa 10 bis 12 Musikern. Auch nach dem Krieg wurde die Kapelle von Ludwig und Georg Teufelberger weitergeführt; die Proben fanden in der Krämerei Georg Teufelbergers statt.

1923 gründete Hermann Leichtenmüller, der damalige Kooperator der Pfarre Schardenberg, eine Burschenvereinskapelle. Die Leitung übernahm Sebastian Horvath, der damalige Stadtkapellmeister von Schärding; geprobt wurde im Vereinsheim, dem ehemaligen Pfarrheim. Der erste Auftritt dieser neuen Kapelle fand im Rahmen des 50-jährigen Priesterjubiläums von Pfarrer Michael Pramer statt. 1932 kam es zur Vereinigung der beiden Kapellen; Georg Teufelberger bildete die Musiker aus, Engelbert Mayr, der auch zahlreiche Noten niederschrieb, wurde Kapellmeister.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zum ersten Mal in einheitlicher Kleidung – dunkelblaue Tellermütze und braune Feuerwehrbluse – gespielt. Geprobt wurde zunächst bei Kapellmeister Mayr; von 1950 bis 1960 in der Stube des „Bauern in Kubing“ Franz Haas, der 1951 auch das Amt des Kapellmeisters übernahm. 1954 wurde zunächst ein Steireranzug als Tracht verwendet, bevor 1962 ein dunkelgrauer Oberösterreicher-Anzug angeschafft wurde. Von 1960 bis 1976 wurde beim Wirt in Steinbrunn geprobt.

1966 wurde die Musikkapelle Mitglied des Oberösterreichischen Blasmusikverbandes, die Obmannschaft übernahm der damalige Bürgermeister Georg Scharnböck, der sie bald an Dominik Hackl übergab. 1967 erhielt der Verein eine neue Tracht, bestehend aus einem blaugrünen Einreiher mit roter Weste; der Entwurf stammte von Franz Lipp. 1968 wurde der Verein in „Trachtenmusikkapelle Schardenberg“ umbenannt.

1977 wurde der Schärdinger Dirigent Heinz Allin, der schon seit 1963 die musikalische Leitung der Kapelle innehatte, Kapellmeister. Unter ihm wurde vor allem die Ausbildung von Jungmusikern vorangetrieben. 1979 wurde eine neue Tracht – waldgrüner Rock, rote Weste, Kniebundhose – angeschafft; auch diese wurde von Franz Lipp entworfen und wird bis heute getragen. Da sich Heinz Allin aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen musste, übernahm von 1979 bis 1980 Anton Krautzer das Amt des Kapellmeisters; anschließend kehrte Allin zurück.

Das von Feuerwehr, Musikverein und Trachtenverein gemeinsam genutze Gebäude

1985 übernahm Arnold Mühringer aus Ampflwang die musikalische Leitung der Kapelle. Er setzte sich dafür ein, das traditionelle Frühjahrskonzert vom Saal des Kirchenwirtes in den Turnsaal der Hauptschule Schardenberg zu verlegen. Geprobt wurde bis 1980 in einem Klassenzimmer der Volksschule Schardenberg, danach im Keller des Gemeindeamtes. Als das neue Feuerwehrhaus errichtet wurde, setzte sich der Gemeinderat und Musiker Andreas Karl sen. dafür ein, dass der erste Stock des Gebäudes zu einem Vereinsheim mit Proberaum ausgebaut wurde.

1987 übernahm Andreas Karl jun. das Kapellmeisteramt, er war mit 21 Jahren damals einer der jüngsten Kapellmeister Oberösterreichs. Im selben Jahr fand in Schardenberg das Bezirksmusikfest des Blasmusikverbandes Schärding statt, bei dem auch das neue Vereinsheim eingeweiht wurde. 1989 wechselte die musikalische Leitung der Kapelle zu Franz Moser, der in der Probenarbeit vom damaligen Bezirkskapellmeister und heutigen Bezirkshauptmann Rudolf Greiner unterstützt wurde. Moser, der auf das Musizieren in Bewegung großen Wert legte, führte auch die ersten Marschproben in Schardenberg durch. Daneben wurde 1991 die erste Auslandsreise zu den Internationalen Musiktagen in Rastede unternommen.

1992 wurde Franz Gruber, der bereits seit 1950 Mitglied der Kapelle war, Obmann des Musikvereins. Auch die musikalische Leitung wechselte erneut, als 1993 der Musikschullehrer Ludwig Schmid Kapellmeister wurde. Unter Gruber und Schmid wuchs das Orchester auf etwa 50 Musiker an und konnte sich auf Mittelstufen-Niveau steigern. 1994 wurde der Musikverein mit unterstützenden Mitgliedern gegründet. 1995 entstand auch eine kleinere Besetzung, die „Tanzlmusi Schardenberg“. Im Jahr 2000 wurde die gesamte Kapelle neu eingekleidet; die Kosten von ca. 500.000 Schilling wurden durch Spenden, Förderungen von Land und Gemeinde sowie durch Eigenmittel getragen.

2001 trat Franz Gruber als Obmann zurück; das Amt übernahm Karl Heinz Bachmair. 2002 übernahm Markus Schreiner den Taktstock von Ludwig Schmid. Mit ihm hatte erstmals ein gebürtiger Schardenberger mit abgeschlossener Kapellmeisterausbildung die musikalische Leitung des Orchesters inne. In der Folge kam es zu einer Steigerung des musikalischen Niveaus; 2009 wurde erstmals ein „Ausgezeichneter Erfolg“ in der Oberstufe bei einer Konzertwertung erreicht. Auch die Zahl der Musiker stieg stetig an und lag 2016 bei etwa 80 Aktiven mit einem Frauenanteil von fast 50 Prozent. Ebenfalls 2009 wurde das traditionelle Frühjahrskonzert erstmals an zwei Tagen aufgeführt, da der Turnsaal der Hauptschule Schardenberg inzwischen zu klein geworden war.

2003 übernahm Josef Dirmhirn das Amt des Stabführers von Franz Moser. Unter ihm wurde in Schardenberg das Marschieren mit Showelementen etabliert, sodass bei Marschwertungen regelmäßig in der Leistungstufe E angeteten wurde. Daneben erhöhte Dirmhirn die Anzahl der Marketenderinnen auf vier.

2010 feierte die Kapelle das 120-jährige Jubiläum. Zum zweiten Mal nach 1987 fand in Schardenberg das Bezirksmusikfest statt, an dem an drei Tagen etwa 5000 Besucher teilnahmen. 2012 reiste das Orchester zum zweiten Mal zu den Internationalen Musiktagen in Rastede. 2013 erhielt die Trachtenmusikkapelle Schardenberg die „Prof. Franz Kinzl-Medaille“.

Schon 2004 wurde der Aufenthaltsraum des Vereinsheims erweitert. 2013 begann die Planung der Erweiterung des Probenraums, der nach mehr als 25 Jahren zu klein geworden war. 2015 wurde der Umbau begonnen; die Einweihung erfolgte im August 2016.

Ebenfalls 2016 übernahm Manuel Nösslböck, der bereits seit 2007 stellvertretender Stabführer war, das Amt des Stabführers von Josef Dirmhirn. 2017 legte Markus Schreiner den Taktstock zurück; sein Nachfolger war Benjamin Streibl. Wie Schreiner ist er gebürtiger Schardenberger und ausgebildeter Kapellmeister; er war bereits als Jugendreferent, Kapellmeister des Jugendorchesters und des Musikvereins Freinberg tätig.

Obmänner

  • Georg Scharnböck: –1967
  • Dominik Hackl: 1967–1992
  • Franz Gruber: 1992–2001
  • Karl Heinz Bachmair: seit 2001

Kapellmeister

  • Georg Teufelberger: um 1885
  • Sebastian Horvath: 1924–1932
  • Engelbert Mayr: 1932–1951
  • Franz Haas: 1951–1977
  • Heinz Allin: 1977–1979
  • Anton Krautzer: 1979–1980
  • Heinz Allin: 1980–1985
  • Arnold Mühringer: 1985–1987
  • Andreas Karl: 1987–1989
  • Franz Moser: 1989–1993
  • Ludwig Schmid: 1993–2002
  • Markus Schreiner: 2002–2017
  • Benjamin Streibl: seit 2017

Stabführer

  • Franz Moser: –2003
  • Josef Dirmhirn: 2003–2016
  • Manuel Nösslböck: seit 2016

Jugendorchester

Das Jugendorchester der Trachtenmusikkapelle Schardenberg wurde 1990 gegründet, die Leitung übernahm Rudolf Weiß. 1993 übergab er diese an den neuen Kapellmeister Ludwig Schmid, der nach zwei Jahren wiederum an Markus Schreiner, den späteren Kapellmeister, übergab. 1998 wurde erstmals ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Musikverein Wernstein durchgeführt, das Projektorchester On the Innleitn führte in Folge bis 2003 gemeinsame Probenseminare und Konzerte durch. 2002 übergab Schreiner, der die Leitung des Hauptorchesters übernommen hatte, den Taktstock an Karin Bachmair, die das Jugendorchester bis 2005 führte. Danach übernahm Josef Kasbauer die Leitung, ab 2008 gemeinsam mit Tobias Irsigler. 2009 wurde wiederum ein Kooperationsprojekt mit einem anderen Musikverein begonnen, die Jungmusi Freinberg-Schardenberg tritt seitdem gemeinsam bei den Konzerten beider Musikvereine auf. 2013 schließlich ging das Dirigentenamt des Jugendorchesters an Benjamin Streibl über.

Literatur

  •  Gemeinde Schardenberg (Hrsg.): Schardenberg im Wandel der Zeit. Moserbauer Druck & Verlag, Ried im Innkreis 2017, ISBN 978-3-902684-57-8, S. 509–519.
  •  Trachtenmusikkapelle Schardenberg (Hrsg.): 120 Jahre Trachtenmusikkapelle Schardenberg. Festschrift anläßlich des Bezirkmusikfestes. Eigenverlag, Schardenberg 2010.
  • Eugen Brixel: Das große oberösterreichische Blasmusikbuch. Brandstätter, Wien; München 1984, ISBN 978-3-85447-031-1, S. 550.

Weblinks