Stephan von Zelking

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Stephan (IV.) von Zelking (* im 14. Jahrhundert; † im 15. Jahrhundert, um 1451[1]), auch Stephan von Zelking-Schallaburg oder Stephan von Schala, war Adliger des Herzogtums Österreich[A 1]. Mit ihm endet die Linie Zelking-Schallaburg aus.

Herkunft und Familie

Stephan (IV.) von Zelking war ein Enkel von Alber (II.) von Zelking(-Schallaburg) und einer der Söhne von Heinrich (IV.) von Zelking(-Schallaburg) aus dessen Ehe mit Katharina von Lippa. Um 1422 heiratete er Elisabeth von Pottendorf, die Tochter von Hans von Pottendorf, der er, mit ausdrücklicher Erlaubnis von Herzog Albrecht (V.) von Österreich, dem späteren König Albrecht II., als "Heimsteuer" das Lehen "Sumerzeil" zu Groß-Inzersdorf bei Zistersdorf verschrieb.[2] Aus dieser Ehe hatte er keine Nachkommen.[3]

Leben

Stephan (IV.) von Zelking war um 1420 Lehensherr eines Hofes in Guntramsdorf. 1421 stiftete er für seine bereits verstorbenen Eltern zwei Jahrtage in der Pfarrkirche von Zelking, die damals Hanns der Holczer als Pfarrer betreute. Er bestimmte, dass diese mit den Stiftungsgütern der Kirche in Loosdorf zu übertragen waren, falls die Pfarre Zelking diese Stiftung vernachlässigen sollte. Später kaufte er zusammen mit seiner Ehefrau den großen und den kleinen Wein- und Getreidezehent zu Inzersdorf.[2] 1425 sicherte er seiner Ehefrau den lebenslangen "Nutzgenuss" der Schallaburg zu, die damals zur Hälfte ein landesfürstliches Lehen und zur Hälfte "freies Eigen" war, unter der Voraussetzung, dass sie nach seinem Tod keine weitere Ehe mehr eingehen würde. Seinen Anteil an der Feste Zelking, der ebenfalls zum Teil landesfürstliches Lehen und "freies Eigen" war, und weitere Besitzungen vererbte er seinen Verwandten Erhart und Wilhelm (I.) von Zelking, wozu Herzog Albrecht (V.) 1428 seine ausdrückliche Zustimmung erteilte. 1431 vermachte er mit Zustimmung des Landesfürsten außerdem die Schallaburg an seine Schwestern Anna von Losenstein und Elisabeth von Puchheim beziehungsweise an ihre Kinder. Die Ursache, warum er bereits in den 1420er-Jahren seine Erbangelegenheiten regelte, sind ungeklärt.[3] 1441 vermachte Stephan seinen Besitz in den Pfarren Weiten und Münichreith, den er als Lehen des Hochstiftes Passau besaß, seiner Verwandten Johanna von Streitwiesen, der Tochter seiner Halbschwester Kathrei von Zelking aus ihrer Ehe mit Bernhard von Streitwiesen.[4]

Wie auch andere Vorfahren förderte Stephan von Zelking die Kirchen, welche unter seiner Herrschaft standen, und versuchte seinen Besitz durch Ankäufe zu vergrößern.[5] Der spätere Kaiser Friedrich III. betreute ihn 1443-1445 vorübergehend mit der "Pfleger" der Feste in Laxenburg, die auch an ihn verpfändet wurde.[4] Die Pfandschaft wurde aber schon 1444 von Hans (V.) von Neidegg wieder gelöst und von diesem übernommen.[6]

1446 beanspruchte Stephan von Zelking die Vogteirechte über die in Einsiedel bei Zelking lebenden Untertanen des Stiftes Seitenstetten, was eine Auseinandersetzung mit dem Stift zur Folge hatte. Zwar wurde ein Vergleich geschlossen, doch dürfte die Auseinandersetzung erst 1454 tatsächlich beendet worden sein.[7]

Stephan von Zelking war 1444 gemeinsam mit Erhard von Zelking Beisitzer des Kammergerichts des späteren Kaisers Friedrich III..[6] Kurz vor seinem Tod dürfte er sich noch dem Mailburger Bund angeschlossen haben.[1] Seine Witwe Elisabeth siegelte in ihrer Funktion als "Landesherr" 1451 die Urkunde des Mailberger Bundes.[8]

Da Stephan von Zelking keine Nachkommen hatte, wurde er von den Familien von Losenstein und von Pottendorf beerbt, die bezüglich der Erbschaft erst 1456 zu einer Einigung gelangten. Die Familie von Pottendorf erbte das landesfürstliche Lehen in Inzersdorf und Hartneid von Losenstein gelangte mit seinen Geschwistern in den Besitz der Schallaburg.[8]

Erinnerungen an Stephan (IV.) von Zelking

  • Stephan (IV.) von Zelking stiftete einen Teil der gotischen Glasfenster der Pfarrkirche in Zelking.[4]

Literatur

  • Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking. Eine Spurensuche. Melk, 2016
  • Paul-Joachim Heinig: Kaiser Friedrich III. (1440–1493). Hof, Regierung, Politik (= Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Bd. 17). 3 Bände, Böhlau, Köln 1997, ISBN 3-412-15595-0 (Zugleich: Gießen, Universität, Habilitations-Schrift, 1993), Bd. 1

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 vgl. Paul-Joachim Heinig: Kaiser Friedrich III. (1440–1493), 1997, Bd. 1, S. 262,Fußnote
  2. 2,0 2,1 vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 83
  3. 3,0 3,1 vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 84
  4. 4,0 4,1 4,2 vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 86
  5. vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 85
  6. 6,0 6,1 vgl. Paul-Joachim Heinig: Kaiser Friedrich III. (1440–1493), 1997, Bd. 1, S. 261
  7. vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 86f.
  8. 8,0 8,1 vgl. Anton Harrer: Die Herren und Frauen von Zelking, 2016, S. 88

Anmerkungen

  1. Das Herzogtum Österreich war aus der Markgrafschaft Österreich, die ursprünglich zum Stammesherzogtum Baiern gehört hatte und 1156 von diesem gelöst worden war, entstanden. Damals erfolgte die Erhebung der Markgrafschaft Österreich zum eigenständigen Herzogtum Österreich. Das Herzogtum umfasste ursprünglich nur das heutige Bundesland Wien und einige Teile des heutigen Bundeslandes Niederösterreich sowie drei Siedlungen im heutigen Bundeslandes Oberösterreich. Im Spätmittelalter vergrößerte sich das Herzogtum Österreich um weitere Teile der späteren Bundesländer Niederösterreich und Oberösterreich. Erst 1417 kam die Stadt Steyr mit der gleichnamigen Herrschaft, die zuvor zum Herzogtum Steier gehört hatte, endgültig zum Herzogtum Österreich. Im 15. Jahrhundert spaltete sich das damalige Herzogtum Österreich in zwei Teilherzogtümer auf: Österreich ob der Enns (heute im Wesentlichen: Oberösterreich, ohne das Innviertel) und Österreich unter der Enns (heute im Wesentlichen: Niederösterreich, ohne Pitten und Wiener Neustadt)