Ignaz Hönig

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Ignaz Hönig (geb. 1828)

Ignaz Hönig (*16. Juli 1828 in Retz, Erzherzogtum Österreich unter der Enns; †) war ein österreichischer Krawatten-Fabrikant.

Leben

Ignaz Hönig kam zur Zeit des österreichischen Biedermeier anno 1828 als Sohn des Schuhmachermeisters Leopold Hönig und dessen Ehefrau Anna Maria geborene Graf in Retz im niederösterreichischen Weinviertel zur Welt[1]. Nach seiner Grundschulausbildung begann er mit 12. Jahren eine Kaufmannslehre in einem Handelbetrieb und schloss diese erfolgreich ab. Hönig gründete im Jahre 1854 die erste Wiener Krawattenfabrik unter der protokollierten Firma Ignaz Hönig im Wiener Bezirk Mariahilf (Mariahilferstraße Nr. 79). Von Anfang an verwendete er für seine Krawattenproduktion Nähmaschinen, die zu dieser Zeit selten genutzt wurden und richtete in seinem Betrieb die Arbeitsteilung ein. Anno 1860 gelang es ihm, eine Krawatteschnalle zu konstruieren, welche er zum Patent anmeldete[2].

Den Aufschwung erreichte Hönig, indem er das Absatzgebiet in die österreichischen Provinzen, nach Rumänien, nach Russland und dem Orient ausdehnte. Das gestattete ihm, an der Londoner Ausstellung im Jahre 1862 teilzunehmen, wo er auch mit der „Medaille für billige Erzeugung“ für die Einführung dieses Handelszweiges in Österreich ausgezeichnet wurde. Die Produktion wurde mit der Fertigung von Halstüchern und Manschetten erweitert. Schon zehn Jahre später beschäftigte Hönig 1872 in seiner Fabrik über 200 Arbeiter, meist Frauen, die als Zuschneiderinnen, Näherinnen, Stickerinnen und Wäscherinnen beschäftigt wurden. Auch wurde die Erzeugung von Cachenez und Schärpen in Seide und Wolle aufgenommen und somit ein neuer Handelszweig eröffnet, dem viele Konkurrenzfirmen ihren einzigen Firmenzweck widmeten. Hönig gelang es, mit seinen Fabrikationen Medaillen in Paris (1867) und in Amsterdam (1869) zu erringen und nahm auch an der Wiener Weltausstellung im Jahre 1873 teil.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Niederösterreich, Pfarre Retz – Taufbuch 1823-1836 (fol.108)
  2. Ertheilte Priviliegien. In: Temesvarer Zeitung / Amts- und Intelligenzblatt / Anzeige-Blatt, 18. Juli 1860, S. 7 (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/var