Johann Weichselberger

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Johann Weichselberger (* 10. September 1909 in Mariasdorf - Ortsteil Neustift bei Schlaining; † 28. November 1937 in der Nähe von Stadtschlaining) war das Opfer eines Fememordes durch illegale Nationalsozialisten.[1]

Leben

Helmut Breymann - einer der mutmaßlichen Mörder von Johann Weichselberger

Weichselberger wurde als Sohn eines Landwirtes 1909 in Neustift bei Schlaining, in den 1930er-Jahren eine Hochburg der seit 1933 illegalen NSDAP, geboren. Er war 1937 Mitglied des Gemeinderates, der insgeheim mit der NSDAP sympathisierte, sodass ein kommissarischer Leiter eingesetzt werden musste.[2] Weichselberger trat aus der NSDAP aus und beschuldigte dabei Funktionäre, dass sie Parteigelder missbrauchen würden. Als Mitte November 1937 ein anonymes Schreiben beim Polizeikommissariat Eisenstadt einging, in dem mehrere Personen beschuldigt wurden, Mitglieder der NSDAP und der SS zu sein, nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf. Die illegalen Nationalsozialisten erfuhren von diesen Nachforschungen und verdächtigten sofort Weichselberger der Urheber dieses Schreibens zu sein.[2] Am 28. November 1937 wurde er daraufhin auf der Straße von Stadtschlaining nach Neustift von mehreren Nationalsozialisten erschossen. Die Leiche, die anschließend im Wald versteckt wurde, wies vier Schusswunden auf, darunter drei Kopfschüsse aus kurzer Entfernung.[1]

Für die Staatsanwaltschaft waren die Nationalsozialisten die Urheber des Mordes. Sie schrieb Helmut Breymann aus Pinkafeld, den Führer der illegalen SS im Burgenland, und Hans Arnhold, den stellvertretenden Gauleiter des Burgenlandes, wegen Hochverrat zur Fahndung aus. Im Gefolge dieser Tat kam es zu einer stärkeren Überwachung der illegalen Partei durch die Gendarmerie. Dieser gelang es das geheime Gaubüro und die Druckerei ausfindig zu machen, in der Propagandamaterial hergestellt wurde. Acht Personen wurden daraufhin festgenommen und in das Landesgericht Wien eingeliefert. Im Feber 1938, nach der Amnestie für Nationalsozialisten, weigerte sich der Staatsanwalt, die Verhafteten freizulassen. Ihre Freilassung erfolgte erst am 12. März 1938 im Zuge des Anschlusses Österreichs. Ein Versuch, nach dem Krieg den Prozess aufzurollen, blieb ergebnislos, da Breymann als Hauptverdächtiger im Krieg gefallen war.[2][3]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Johann Weichselberger - Opfer des Terrors der NS-Bewegung in Österreich 1933 - 1938, Webseite www.doew.at, abgerufen am 17. Februar 2015
  2. 2,0 2,1 2,2 Atlas Burgenland - Die burgenländischen Nationalsozialisten, Webseite www.atlas-burgenland.at, abgerufen am 17. Februar 2015
  3. LG Wien Vg Vg 8e Vr 181/51, Webseite www.tenhumbergreinhard.de, abgerufen am 17. Februar 2015