Stephan von Modrusch, Veglia und Zengg

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Graf Stephan von Modrusch, Veglia und Zengg (* im 15. Jahrhundert, vor 1431; † im 15. Jahrhundert, um 1481), auch Graf Stephan Frankopan oder Stefano Frangipani, war ein Adliger des Herzogtums Kärnten[A 1].

Herkunft und Familie

Graf Stephan von Modrusch, Veglia und Zengg stammte aus einer alten und bedeutenden Adelsfamilie, dem Haus Frankopan. Er war der älteste Sohn von Ban Niklas (Nikolaus, Nikola, Miklas) von Kroatien ("Niklas der Ältere") († 1431).[1] Einer seiner Brüder war Graf Thiemo, der ihn als Landeshauptmann des Herzogtums Krain unterstützte. Ein Verwandter von ihm, der um 1446 im Gesandtendienst tätig wurde, war Graf Sigmund, der spätere Verweser des Bistums Raab.[2]

1446 heiratete Graf Stephan Isotta von Este (* um 1425; † um 1456)[3], eine Tochter von Niccolò (III.) von Este.

Leben

Aufgrund eines 1436 geschlossenen Hausvertrags leistete Graf Stephan von Modrusch, Veglia und Zengg wenig später Herzog Friedrich (V.) von Österreich, dem späteren Kaiser Friedrich III., den Eid als Landeshauptmann des Herzogtums Krain und schloss mit diesem einen auf 10 Jahre befristeten Bündnisvertrag, zu dem auch seine Brüder ihre Zustimmung erteilten. Im Kampf gegen die Grafen Friedrich und Ulrich von Cilli nach deren Erhebung zu Reichsgrafen (ca. 1436-1443) stand er daher auf der Seite des späteren Kaisers und unterstützte diesen zum Beispiel im "Gurker Bistumsstreit (Gurker Fehde)". 1443 verlieh dieser ihm für diese Unterstützung ein Münzprivileg. Bei den späteren Auseinandersetzungen des Kaisers mit den Graf Ulrich von Cilli und König Matthias Corvinus, auch unter dem Druck durch die Republik Venedig und aufgrund der osmanischen Angriffe, unterstützte Graf Stephan, der seine Besitzungen im ungarischen Königreich mehren konnte, allerdings auch dessen Gegner und wechselte zuletzt endgültig auf die Seite von König Matthias.[2]

Graf Stephan war mit einigen Unterbrechungen (durch die Grafen Ulrich (II.) von Schaunburg und Georg von Tschernembl) bis 1453 Landeshauptmann des Herzogtums Krain und hatte in dieser Funktion seinen Sitz in Laibach.

Literatur

  • Paul-Joachim Heinig: Kaiser Friedrich III. (1440–1493) in seiner Zeit. Studien zum 500. Todestag am 19. August 1493/1993 (= Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Bd. 12). Böhlau Verlag, Köln / Weimar / Wien, 1993, ISBN 3-412-03793-1, Bd. 1 (Rezension)

Einzelnachweise

  1. vgl. Paul-Joachim Heinig: Kaiser Friedrich III. (1440–1493) in seiner Zeit, 1993, Bd. 1, S. 227f.
  2. 2,0 2,1 vgl. Paul-Joachim Heinig: Kaiser Friedrich III. (1440–1493) in seiner Zeit, 1993, Bd. 1, S. 227
  3. vgl. Paul-Joachim Heinig: Kaiser Friedrich III. (1440–1493) in seiner Zeit, 1993, Bd. 1, S. 228

Anmerkungen

  1. Das Gebiet des Herzogtums Kärnten umfasste damals große Teile des heutigen Bundeslandes Kärnten. Teile des heutigen Bundeslandes gehörten zwar damals bereits zum Herzogtum, standen aber zu dieser Zeit "de facto" noch unter der Herrschaft des Erzstiftes Salzburg, von dessen Suffraganbistum Gurk und weiteren Erzstiften und Bistümern sowie der Grafen von Görz.