Johann Baptist Ulrich

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Johann Baptist Ulrich (* 1830 in Sankt Veit (Bayern); † 14. April 1914 in Wien) war deutsch-österreichischer[1] Industrieller und Lehrer in Wien und Niederösterreich.

Leben

Johann Baptist Ulrich, Sohn des Lehrers Franz Ulrich, ist in Bayern geboren und besuchte das Lehrerseminar in Eichstätt. Als Hauslehrer arbeitete er in der Folge in Grötschenreuth in der Oberpfalz, wo er die Kinder des Drahtfabrikanten und Landtagsabgeordneten Joseph Reichenberger unterrichtete. In der Zeit, wo Reichenberger als Politiker tätig war, kümmerte er sich auch um die Geschäftsführung des Unternehmens.

In diese Zeit fiel der Besuch des Gumpoldskirchner Industriellen Georg Ritter von Winiwarter. Dieser kam 1855 sich um über die Verzinkerei von Drahtzügen zu informieren. Dabei wurde er auf Ulrichs Fähigkeiten aufmerksam und bot Ulrich an, bei ihm als Buchhalter zu arbeiten.

Ulrich nahm an, ging aber erst 1858 nach Gumpoldskirchen. Ab diesen Jahren machte er aufgrund seiner Managementqualitäten schnell Karriere in Winiwarters Unternehmen und bekam auch rasch die Prokura. Als Winiwarter aus gesundheitlichen Gründen in südlichere Gegenden ziehen musste, leitete Ulrich die Belech- und Bleiwarenfabrik allein. Im Jahr 1890 kaufte er das Unternehmen von Winiwarter komplett[2], führte sie aber unter G. Winiwarter weiter.

Neben dem Werk in Gumpoldskirchen gründete er bereits in den 1870er Jahren gemeinsam mit S. Kelsen in Budapest unter Kelsen & Ulrich eine Niederlassung.

Im Jahr 1863 heiratete er seine ehemalige Schülerin, die Tochter Reichenbergers Johanna, in zweiter Ehe deren Schwester Therese. Er hatte sechs Söhne.[3]

Privat soll Ulrich aber ein großer Opernliebhaber gewesen sein, aber auch selbst Orgel gespielt haben. So unterstützte er seinen Neffen und Taufkind, den später bekannten Musiker und Komponisten Max Reger (1873-1916). Er ist der Sohn Philomenas, einer Schwester seiner Frau Johanna, und dem Schulmeister Reger.

Wohnhaft war der Kommerzialrat neben seiner Wohnung in Wien Landstraße[4] in einer von einer für ihn Ludwig Schöne im Jahr 1904 erbauten Villa in der Hinterbrühl - Diese heute denkmalgeschützte Villa beheimatet die IMS Hinterbrühl - Die noch heute sichtbaren Grenzsteine erinnern an die Initialen seiner zweiten Frau (T.U. 904 = Theresia Ulrich 1904).

Er starb in seiner Wiener Wohnung am 14. April 1918 und wurde am Wiener Zentralfriedhof in der Familiengruft bestattet.[5]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Todesfälle:. In: Neue Freie Presse, 17. April 1918, S. 8 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
  2. Handelsgerichtliche Kundmachungen. In: Die Presse, 4. März 1890, S. 7 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/apr
  3. Kommerzialrat K. B. Ulrich. In: Neues Wiener Tagblatt. Demokratisches Organ / Neues Wiener Abendblatt. Abend-Ausgabe des („)Neuen Wiener Tagblatt(“) / Neues Wiener Tagblatt. Abend-Ausgabe des Neuen Wiener Tagblattes / Wiener Mittagsausgabe mit Sportblatt / 6-Uhr-Abendblatt / Neues Wiener Tagblatt. Neue Freie Presse – Neues Wiener Journal / Neues Wiener Tagblatt, 17. April 1918, S. 8 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nwg
  4. Sterbefälle. In: Wiener Zeitung, 17. April 1918, S. 2 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrz
  5. Kommerzialrat K. B. Ulrich. In: Neues Wiener Tagblatt. Demokratisches Organ / Neues Wiener Abendblatt. Abend-Ausgabe des („)Neuen Wiener Tagblatt(“) / Neues Wiener Tagblatt. Abend-Ausgabe des Neuen Wiener Tagblattes / Wiener Mittagsausgabe mit Sportblatt / 6-Uhr-Abendblatt / Neues Wiener Tagblatt. Neue Freie Presse – Neues Wiener Journal / Neues Wiener Tagblatt, 17. April 1918, S. 8 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nwg