Freiwillige Feuerwehr Weissenbach (BFKDO Mödling)

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Freiwillige Feuerwehr Weissenbach
Gemeinde Hinterbrühl
Weissenbachhaus 5337.jpg
Landesfeuerwehrverband Niederösterreich
Bezirksfeuerwehrkommando: Mödling
Abschnitt /Unterabschnitt: Mödling-Wienerwald / 1
Gründungsdatum: 10. Jänner 1892
Kommandant: OBI Alfred Csekits
Mitglieder:
(Jugend/Aktiv/Reserve)
0 / 30 / 7 (31.12.2013)
Fahrzeuge: 1 RLF-A, 1 LF-A
Adresse: 2371 Weissenbach 106
Koordinaten: 48° 5′ N, 16° 13′ O
Feuerwehrnummer 14315
Website: www.ff-weissenbach.at
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Die Freiwillige Feuerwehr Weissenbach ist eine der drei Feuerwehren der Marktgemeinde Hinterbrühl. Sie gehört dem NÖ Landesfeuerwehrverband an. Das zuständige Bezirkskommando ist das Bezirkskommando Mödling. Der Feuerwehrabschnitt ist Mödling-Wienerwald, Unterabschnitt 1.

Die Feuerwehr heute

Einsatzgebiet

Das örtliche Einsatzgebiet der Feuerwehr umfasst das Gebiet der Katastralgemeinde Weißenbach[1], das eine Größe von ungefähr 5 km² aufweist. Das bedeutet, dass der Schutz der Bevölkerung nicht nur des Ortes Weissenbach selbst, sondern auch der der Rotte Wassergspreng, sowie kleine Teile des Hauptortes Hinterbrühls der Feuerwehr obliegen. Für Einsätze auf der Autobahn A 21 ist die Feuerwehr nur als Reserve zuständig.

Weitere Aufgaben

Außer den üblichen Aufgaben, für die die Feuerwehr als Ortsfeuerwehr zuständig ist, ist das Löschfahrzeug LF-A mit einer Gruppe Bestandteil des dritten Zuges des Katastrophenhilfsdienstes der 14. Bereitschaft.

Standort

Das Feuerwehrhaus steht zentral an der Kreuzung der Landesstraße L2095 und der L2096 nach Wassergspreng.

Nachbarfeuerwehren

FF Kaltenleutgeben FF Perchtoldsdorf FF Gießhübl
FF Sparbach Nachbargemeinden FF Hinterbrühl
FF Gaaden

Mannschaft

Der Mannschaftsstand pendelt um die 35 Mitglieder, wobei etwa 10 % bereits in der Reserve sind. Feuerwehrjugend wird keine eigene betreut. Einige der jungen Kameraden waren allerdings Mitglieder der Nachbarwehr Freiwilligen Feuerwehr Gießhübl.

Das letzte Kommando wurde im Jahr 2011 zum regulären Wahltermin komplett wiedergewählt. Nach Ausscheiden des Kommandantstellvertreter aus Altersgründen, wurde ein neuer Kamerad 2014 in diese Funktion nachgewählt.

Fuhrpark

Bezeichnung Type Besatzung Aufbauer Baujahr Sonderausrüstung/
Bemerkung
TLF-A 2000 Iveco Trakker 450 1:8 Magirus Lohr 2014 mit kompletter Bergeausrüstung wie RLF, Wärmebildkamera
LF-A Mercedes 711D 1:8 Rosenbauer 1991 (1998 gebraucht von der FF Vösendorf gekauft)
RLF-A 2000 Magirus 170 1:8 Lohr 1987 ausgeschieden 2014

Alarmierung

Mittels Sirene wird nur im Brandfall und bei Einsätzen mit Menschen in Gefahr zusätzlich alarmiert. Bei dem Großteil der Einsätze bekommt die Bevölkerung nichts mit, denn es wird nur die Stille Alarmierung mittels Piepserln alarmiert. Da die Analog-Piepserl auf der topografischen Gegebenheiten nur eine Reichweite im eigentlichen Ort haben, der Großteil der Mitglieder aber außerhalb des Ortes arbeiten, wurden bereits seit einigen Jahren auch zusätzliche Alarm-SMS geschickt. Ursprünglich über den SMS-Dienst Blaulicht-SMS geschickt, werden diese aktuell (2013) ebenso wie die Piepserl über Pagernet, dem Pagernetz von 144 Notruf Niederösterreich ausgesendet.

Geschichte

Das alte Feuerwehrhaus erbaut 1896

Die Feuerwehr Weissenbach wurde als letzte Feuerwehr im heutigen Unterabschnitt am 10. Jänner 1892 gegründet. Die Gründungsversammlung wurde im heute nicht mehr bestehenden Gasthaus Bodingbauer (heute Hausnummer 22) abgehalten. Erste Bekleidungsteile erhielten die Gründungsmitglieder von der Feuerwehr Hinterbrühl. Aber schon nach einem halben Jahr konnte eine Handdruckspritze der Firma Wm. Knaust angeschafft werden. Eingestellt wurde sie vorerst in einem privaten Schuppen des Hauptmannes Georg Hochkogler.

Der erste große Einsatz musste bereits 1894 bewältigt werden. Es brannte der Dachstuhl der Bandfabrik C. Gruber, wobei es auch drei Schwerverletzte bei der Feuerwehr Hinterbrühl gab. Aus einer Spende des Unternehmers nach dem Brand konnte ein Wasserwagen angekauft werden.

Im Jahr 1904 trat die Mannschaft neben zahlreichen anderen Feuerwehren als Teil des 460 Mann starken Begrüßungskomitees für Kaiser Franz Joseph an.[2]

1896 konnte das Feuerwehrhaus errichtet werden. Unterstützung erfuhr die Feuerwehr dabei durch das Stift Heiligenkreuz, des Fürsten Liechtenstein, der auch heute noch zahlreiche Besitzungen (vor allem Wälder) in der Umgebung hat, wie den Tierpark Sparbach. Aber auch aus dem Kaiserhaus selbst, dem die Staatsforste unterstanden, kamen Spenden.

Im selben Jahr feierte die Feuerwehr am 5. August das Fest ihres fünfjährigen Bestandes. Verbunden war damit auch der Bezirksfeuerwehrtag des Bezirksfeuerwehrverbandes Mödling. Bemerkenswert ist dabei, dass die Wehr in diesem Jahr offiziell erst vier Jahre alt war.[3]

Im Jahr 1906 wurde eine zweirädrige Handdruckspritze angekauft. Im Ersten Weltkrieg verlor die Wehr von den 35 aktiven 5 Kameraden im Krieg. In der Zwischenkriegszeit konnten kaum neue Ausrüstung angeschafft werden.

Im Jahr 1913 vermerkt die Mödlinger Zeitung, dass von Bürgermeister Robert Dorner 17 Kameraden mit namentlicher Erwähnung eine Gemeindemedaille für 15 und 20 Jahre Zugehörigkeit zum freiwilligen Löschkorps erhielten.[4]

In der Folge des Anschlusses wurde die Feuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Wien und damit der Feuerpolizei eingegliedert. Da der Großteil der Kameraden einrücken musste, wurde 1941 eine Pflichtfeuerwehr ins Leben gerufen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verfügte die Feuerwehr nur über ein Pferdegespann. Die Pferde, zwei Noriker, wurden vom damaligen Ortsvorsteher und späteren Bürgermeister, der auch Feuerwehrmitglied war, im Einsatzfall ausgeliehen.

Ein Steyr 1500 A (auch als Wüstensteyr, ein ausgedientes Wehrmachtsfahrzeug, wurde 1948 gekauft und auf Löschfahrzeug umgebaut. Es war ein offenes Fahrzeug mit drei hölzernen Sitzbänken und einer hölzernen Schiebeleiter. Der Benzinmotor des Fahrzeuges war ein Achtzylinder-V-Motor mit rund 3,5 Liter Hubraum.[5] Ähnliche Fahrzeuge waren auch bei den Nachbarwehren in Sparbach und Gießhübl in Verwendung. (Das Fahrzeug von Gießhübl befindet sich im Feuerwehrmuseum Bruck an der Leitha).

Ab 1950 gab es auch eine elektrische Motorsirene. Eine Verbesserung der Situation kam mit der Ausgliederung der Gemeinde Weissenbach aus Groß-Wien. Auch Wassergspreng kam zu diesem Zeitpunkt zur neu errichteten Gemeinde.

1960 wurde eine neu Tragskraftspritze angeschafft. Das Rüsthaus, das aus dem Jahr 1896 stammte wurde 1964 umgebaut, sodass es jetzt zwei Garageneinfahrten hatte. So wurde es möglich einen VW-Bus mit einem Anhänger als KLF auch einzustellen.

Zu einem nicht alltäglichen Einsatz musste die Feuerwehr am 27. September 1963 ausrücken. Zum Glück waren nur Absperrmaßnahmen notwendig, als ein Trittbrettfahrer der Bombenleger, die in Ebensee ein paar Tage zuvor echte Bomben legten, bei denen es auch Todesopfer gab, eine Attrappe auf der Straße von der B11 nach Weissenbach ablegte. Aber auch der Bombenentschärfer Major Massak ging bis zum Schluss von der Annahme einer echten Bombe aus.[6]

Im Jahr 1970 konnte erstmals ein neues Tanklöschfahrzeug ein Opel Blitz angeschafft werden und den Wüsten-Steyr ersetzen. Es war knapp vor dem Zeitpunkt, bevor die damals selbständige Gemeinde bei der Hinterbrühl eingemeindet wurde.

Im Jahr 1971 wurde die Feuerwehr Weissenbach, wie alle anderen Feuerwehren Niederösterreichs, von einem Verein in eine Körperschaft des öffentlichen Rechts umgewandelt. 1972 wurde die Gemeinde Weissenbach bei der Marktgemeinde eingegliedert, die Feuerwehr blieb aber selbständig. Im selben Jahr wurden die Fahrzeuge erstmals mit Funkgeräten ausgestattet, die nur wenige Jahre vorher in ganz Niederösterreich eingeführt wurden.

Ein VW-Doppelkabinenwagen, den die Wehr 1974 günstig gebraucht erstand, wurde in Eigenregie auf ein KLF umgebaut, sodass der Anhänger nicht mehr notwendig war und die Wehr kurzzeitig über drei Fahrzeuge verfügte. 1977 konnten aber beide Fahrzeuge durch ein neues KLF, einen VW LT 35 ersetzt werden.

Ab 1984 werden bei der FF auch Piepserl zur Stillen Alarmierung eingesetzt.

Im Jahr 1987 konnte die FF ein Rüstlöschfahrzeug 2000, gleichzeitig mit den Feuerwehren Hinterbrühl (ebenfalls ein RLF) und Sparbach (ein TLF), in Dienst nehmen, was für die Gemeinde eine große Herausforderung darstellte. Da das Gerätehaus noch immer jenes aus dem Jahr 1896 war und dementsprechende Dimensionen aufwies, musste das auf einem Magirus aufgebaute RLF mit kürzerem Überhang, niederen Aufbau, sowie Niederquerschnittreifen ausgerüstet werden. Auch statt einer Propellerrolle, wie sonst bei Feuerwehreilwinden üblich ist, musste mit einem Seilfenster vorlieb genommen werden.

Im Jahr 1999 konnte die Feuerwehr ein neues Gerätehaus beziehen. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Vereins Weissenbach-Aktiv wurde viel Zeit aufgewandt, das von der Gemeinde zur Verfügung gestelltem im Inneren noch praktischer zu gestalten, so wurde feuerwehrseitig der Dachausbau von der Mannschaft ausgeführt.

2006 wurden, wie in ganz Österreich, mit den ersten digitalen Funkgeräten eine Teilnahme am Funksystem der BOS in Österreich eingeläutet.

Im November 2013 konnte die Bestellung für ein neues Tanklöschfahrzeug mit Bergeausrüstung auf einem Iveco-Fahrgestell bestellt werden.[7][8], das im November 2014 ausgeliefert wurde. Am 3. Mai 2015 wurde es Pater Elmar gesegnet und offiziell übergeben. Mit dem Ankauf des neuen Fahrzeuges wurde auch der Funk komplett auf das digitale System umgestellt.

Bis zum Jahr 2014 war Weissenbach der Stützpunkt der Strahlenschutzgruppe 14. Neben einigen Mitgliedern, die die Strahlenschutzausbildung hatten, waren auch vor allem die Messgeräte der Gruppe in Weissenbach stationiert.

Im Jahr 2017 konnte die Bewerbsgruppe, die seit 2007 regelmäßig sowohl an den Bezirksbewerben als auch an Landesbewerben entweder nur in Bronze oder in Bronze und Silber teilnimmt, ihren größten Erfolg mit zwei zweiten Plätzen im Bezirk einfahren.[9]

Bisherige Hauptmänner bzw. Kommandanten

Kommandant von - bis Kommandantstellv. von - bis
1. Georg Hochkogler 1892-
2. Michael Kalcher vor 1913[4]-1918
3. Leitzmüller 1918-1923
4. Michael Bachner sen. 1923-1927 Michael Kalcher
Anton Rappold[10]
5. Anton Rappold 1927-1962 Anton Hochkogler 1952-1962
6. Friedrich Wagust 1962-1971 Hermann Biegler 1963-1971
7. Hermann Biegler 1971-1976 Friedrich Wagust 1971-1976
8. Manfred Stix 1976-2004 Karl Gruber
Klaus Scharbert
Alfred Csekits
1976-1978
1978-1991
1991-2004
9. Alfred Csekits 2004- Thomas Nebauer
Karl Gruber
Franz Sulzer jun.
2004-2008
2008-2014
2014-

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Umwelttag mit Dorfreinigung
  • Maibaumaufstellen jeweils am 30. April
  • Tag der offenen Tür am Florianisonntag im Mai
  • Feuerlöscherüberprüfungen in Zusammenarbeit mit einem Fachunternehmen, ebenfalls am Tag der offenen Tür
  • Dorffest
  • Kranzniederlegung für die verstorbenen Kameraden
Der Großteil der Veranstaltungen wird gemeinsam mit dem Verein Weissenbach-Aktiv durchgeführt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Die Schreibweise der Katastralgemeinde und des Ortes differieren durch ß und ss
  2. Der Kaiserbesuch in Mödling. In: Mödlinger Zeitung. Christlich-soziales/Christlichsociales Organ des pol(itischen) Bezirkes Mödling / Mödlinger Zeitung. Organ zur Vertretung der Interessen des pol(itischen) Bezirkes Mödling und der Bewohner desselben mit besonderer Berücksichtigung des Gewerbestandes und der Landwirtschaft / Mödlinger Zeitung mit der Beilage „Illustriertes Sonntags-Blatt“. Deutsch-christlichsociales Organ zur Vertretung der Interessen des polit(ischen) Bezirkes Mödling mit besonderer Berücksichtigung des Gewerbestandes und der Landwirtschaft / Mödlinger Zeitung. Organ zur Vertretung der Interessen des polit(ischen) Bezirkes Mödling mit besonderer Berücksichtigung des Gewerbestandes und der Landwirtschaft / Mödlinger Zeitung. Mit der Beilage „Illustriertes Sonntagsblatt“. Wochenblatt für den polit(ischen) Bezirk Mödling und den Gerichtsbezirk Liesing, 12. November 1904, S. 1 (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/moz
  3. Freiwillige Feuerwehr Weißenbach bei Mödling. In: Feuerwehr-Signale / Deutschösterreichische Zeitschrift für Feuerwehr- und Rettungswesen / Der Brandschutz. Deutschösterreichische Zeitschrift für Feuerwehr- und Rettungswesen / Der Brandschutz / Der Gasschutz, 20. Juli 1896, S. 7 (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/fws
  4. 4,0 4,1 Weißenbach - Von der Feuerwehr. In: Mödlinger Zeitung. Christlich-soziales/Christlichsociales Organ des pol(itischen) Bezirkes Mödling / Mödlinger Zeitung. Organ zur Vertretung der Interessen des pol(itischen) Bezirkes Mödling und der Bewohner desselben mit besonderer Berücksichtigung des Gewerbestandes und der Landwirtschaft / Mödlinger Zeitung mit der Beilage „Illustriertes Sonntags-Blatt“. Deutsch-christlichsociales Organ zur Vertretung der Interessen des polit(ischen) Bezirkes Mödling mit besonderer Berücksichtigung des Gewerbestandes und der Landwirtschaft / Mödlinger Zeitung. Organ zur Vertretung der Interessen des polit(ischen) Bezirkes Mödling mit besonderer Berücksichtigung des Gewerbestandes und der Landwirtschaft / Mödlinger Zeitung. Mit der Beilage „Illustriertes Sonntagsblatt“. Wochenblatt für den polit(ischen) Bezirk Mödling und den Gerichtsbezirk Liesing, 17. August 1913, S. 5 (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/moz
  5. Fahrzeuge der Wehrmacht abgerufen am 5. September 2017
  6.  Hinterbrühl: "Bombe" war aus Holz. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 29. September 1963, S. 4 (Digitalisat, arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv).
  7. Chronik der Feuerwehr Weissenbach aus dem Jahr 2012
  8. Neues Tanklöschfahrzeug für die Feuerwehr Weissenbach im Gemeindeboten der Marktgemeinde Hinterbrühl vom Dezember 2013 abgerufen am 25. Dezember 2013
  9. Feuerwehren des Bezirks Mödling im sportlichen Wettstreit am Portal des BFKDO Mödling vom 19. Juni 2017 abgerufen am 19. Juni 2017
  10. Verzeichnis Mödling.Fromme’s Oesterreichischer Feuerwehr-Kalender / Frommes Österreichischer Feuerwehr-Kalender, Jahrgang 1925, S. 63 (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/fwk

Weblinks

 Freiwillige Feuerwehr Weissenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons